Streichungen im handschriftlichen Testament sind höchst kritisch und begründen nicht immer einen Widerruf der durchgestrichenen Passagen. Insoweit ist als Erblasser höchste Vorsicht geboten

Streitig war im Fall des OLG Düsseldorf, wie ein handschriftliches Testament auszulegen sei, welches eine Vielzahl gestrichener Passagen auswies.

Der Erblasser hatte statt seiner Verwandten, ein befreundetes Ehepaar beziehungsweise deren Tochter als Ersatzerbin eingesetzt. Das Testament war mit schwarzem Kugelschreiber geschrieben worden. Die gesamte Passage, wonach das befreundete Ehepaar, ersatzweise deren Tochter als Erbin eingesetzt werde war mit blauem Kugelschreiber durchgestrichen worden.

Das OLG hegte erhebliche Zweifel daran, ob es tatsächlich der Erblasser selbst war, der die Streichung vorgenommen hatte. So hatte der Erblasser beispielsweise nicht mit dem blauen Kugelschreiben nochmals am Ende des Testaments unterzeichnet. Zudem hatten auch weitere Beteiligte die Möglichkeit, das Testament entsprechend zu manipulieren. Letztlich gab es keinerlei Zeugen für den Widerrufswillen des Erblassers. Aus diesem Grund, so das OLG, haben die Streichungen nicht zum Widerruf der Erbeinsetzung geführt.

OLG Düsseldorf, Beschluss vom 29.09.2017 - I-3 Wx 63/16

Herr Rechtsanwalt Lauf,

Rechtsanwalt für Arbeitsrecht, Gesellschaftsrecht, Handelsrecht, Wirtschaftsrecht, Erbrecht

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