Widerruf von Lebensversicherungsverträgen – kein Abzug von erheblichen Fondsverlusten

Mit einer Entscheidung vom 04.08.2017 hat das OLG Köln festgestellt, dass im Rahmen der Rückabwicklung eines Lebensversicherungsvertrages in Form einer fondsgebundenen Versicherung die eingetretenen Fondsverluste nicht immer in Abzug zu bringen sind.

Nachdem zuletzt schon der Bundesgerichtshof entschieden hatte, dass im Falle einer fondsgebundenen Versicherung der Versicherte in gewissen Grenzen das Risiko von Verlusten tragen muss, hat dies das OLG Köln nunmehr relativiert.

Machen dabei die Fondsverluste einen erheblichen Anteil aus, vorliegend gingen über 60 % der gezahlten Beiträge verloren, so darf dieses Risiko nicht der Versicherte tragen. Würde man dies annehmen, so wäre das Widerrufsrecht de facto ausgehöhlt.

Ob diese Rechtsprechung Bestand haben wird bleibt abzuwarten. Die verklagte Versicherung hat gegen das Urteil Revision zum BGH eingelegt.

Praxistipp:

Für betroffene Verbraucher zeigt das Urteil, dass auch bei fondsgebundenen Versicherungen die Verträge dringend geprüft werden sollten. Gerade wenn die Verluste besonders hoch sind, eröffnet das Urteil neue Möglichkeiten, um den Verlust zumindest zu reduzieren oder sogar ganz aufzuheben. Unsere spezialisierten Anwälte prüfen Ihre Verträge gerne kostenfrei.

Oberlandesgericht Köln, Urteil v. 04.08.2017, I-20 U 11/17, 20 U 11/17

Richard Bode

Rechtsanwalt für Banken- und Kapitalmarktrecht und Versicherungsrecht

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